Zunehmender Bedarf an Krippenplätzen zwingt zum Handeln - SPD, Grüne,FDP und Die Linke fordern weiteren Ausbau der Krippen- und Kindergartenplätze

 

Die Fortschreibung des Kindertagesstättenbedarfsplans hat erneut aufgezeigt, dass die Schaffung von Betreuungsplätzen in der Kindertagesbetreuung anhaltend komplex und anspruchsvoll ist. Nach den derzeit zugrundeliegenden Zahlen sind bis zum Jahr 2020 über 600 Betreuungsplätze zu schaffen. Erschwerend hinzu kommen die Akquise von entsprechendem Fachkräftepersonal und die Bereitstellung von Räumlichkeiten. Eine Herausforderung stellt zudem der zunehmende Bedarf nach mehr Ganztagsplätzen bzw. längeren Betreuungszeiten dar.

 

Lisa Schwarzer

Das Land Niedersachsen hat darüber hinaus die Gebührenfreiheit und die flexible Einschulung eingeführt. Es ist noch nicht absehbar, ob dadurch ein weiterer Bedarf an Betreuungsplätzen entsteht.

Das verdeutlicht auch die Entwicklung im letzten Dreivierteljahr. Im Juni 2017 beschloss der Stadtrat den Ausbau von zusätzlichen 545 Betreuungsplätzen. Damit wird eine Versorgungsquote von 39 Prozent im Betreuungsbereich für Kinder unter 3 Jahren (Krippen) sowie eine Versorgungsquote von 102 Prozent für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren (Kindertagesstätten) erzielt.

Anfang dieses Jahres hat die Verwaltung bereits mitgeteilt, dass der Ausbau von weiteren Betreuungsplätzen bis zum Jahr 2021 geplant ist, wodurch eine Versorgungsquote von 45 Prozent im Krippenbereich und 102 Prozent im Kita-Bereich erreicht wird.

„Die angestrebte Versorgungsquote von 102 Prozent im Kita-Bereich bis zum Jahr 2020 entspricht dem bundesweiten Durchschnitt und ist ausreichend. Aufgrund des oben beschriebenen Sachverhalts ist jedoch davon auszugehen, dass eine Versorgungsquote von 45 Prozent im Krippenbereich bis zum Jahr 2021 dann nicht mehr ausreichend sein wird. Um der prekären Situation in der Krippen- und Kindergartenbetreuung in der Stadt Hildesheim entgegen zu wirken, ist deshalb eine bedarfsgerechte Betreuungsquote sicherzustellen“, führt Lisa Schwarzer, Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Jugend und Integration, weiter aus.

Unterstützt wird die Notwendigkeit von den Fraktionen Bündnis90/Die Grünen, FDP und Die Linke, deren Sprecher Ursula Oehlschläger, Michael Kriegel und Orhan Kara dies einhellig betonen. Gemeinsam wurden die folgenden Handlungsschritte zum Erreichen festgelegt:

  1. Der Ausbau von zusätzlichen Betreuungsplätzen in der Krippenbetreuung wird fortgesetzt und die Versorgungsquote auf 50 Prozent bis zum Jahr 2022 erhöht.
  2. Die Verwaltung führt eine Übergangsregelung für die Aufnahme von Kindern in die Betreuungsformen über den 01. August eines Jahres hinaus ein, um langfristig den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz auch für unterjährig zu gewährleisten. Die Verwaltung möge hierbei prüfen, ob kurzfristig ein zusätzlicher Aufnahmetag zum 01. Februar eines Jahres eingeführt werden kann.
  3. In allen Sitzungen des Ausschusses für Soziales, Jugend und Integration ist ein Sachstandsbericht über den Krippen- und Kitaausbau sowie der Tagespflege zu geben.
  4. Der Kindertagesstättenbedarfsplan ist um die Angaben der Nachfrageseite zu ergänzen (Wunschangaben der Eltern zu Kindertagesstätte (Erst-, Zweit- und Drittwunsch) und Betreuungszeiten, Planungsgebiet und Betreuungsbeginn).
  5. Die Verwaltung stellt halbjährlich im Ausschusses für Soziales, Jugend und Integration den Stand der Verhandlungen mit möglichen neuen Trägern vor. Hierfür wird ein konkreter Ausbauplan mit Angaben zur Art der Betreuungsform, zum Planungsgebiet, zur Anzahl der möglichen Plätze sowie zum Träger und Verhandlungsstand erstellt.
  6. Die Verwaltung intensiviert die Kontakte zu den hiesigen Ausbildungseinrichtungen für Erzieher (Elisabeth von Rantzau Schule, Herman-Nohl-Schule) damit der hohe Bedarf von ca. 80 Erzieherinnen / Erziehern möglichst verzugslos sichergestellt werden kann.

 

 
 
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